So, ich dachte mir ich mach mal ein kleines Howto wie man die GTL Spannungen bei 45nm setzt, da die Frage ja immer wieder kommt.
Ist noch in der Beta Phase das ganze
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[SIZE="20"]Vorinformation[/SIZE][/COLOR]
Als Beispiel soll uns ein Maximus II Formula dienen, bei vielen Boards werden die GTLs auch mit Teilern gesetzt.
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Was sind denn die misteriösen GTLs eigentlich ?[/SIZE][/COLOR]
GTL steht für
Gun
Transceiver
Logic.
Die GTLs dienen dazu das ankommende Signal (Daten) richtig zu erkennen, durch das setzen der GTLs verhindert man, dass das Signal zu "verschmiert" ankommt, das geschieht durch die Abgrenzung zur VTT Voltage mit dem Faktor 0,67. Die Spannungen werden vom Mainboard generiert. Durch Änderungen der Spannungen kann man Spannungstiefs und Spannungsspitzen "dämpfen" und sie so im gültigen Bereich halten. Dies führt dann zu einer höheren Stabilität beim OC.
Hier noch eine Erklärung die mehr in die Tiefe geht, vielen Dank an angoholic:
Generell ist es bei Intel und ihrem bisher bewährten FSB so (wird sich auch mit dem QPI mit Nehalem nicht ändern, vllt der Name und die Funktionen die man einstellen kann), dass sie die GTL-Signaltechnologie verwenden.GTL ist ein Standard, der in CMOS Schaltkreisen benutzt wird. Dabei ist eben (wie auch so oft) das Ziel, immer höhere Datenraten zur Übetragung zu erreichen mit immer weniger Spannung. Probleme sind jedoch bei Schaltzyklen von (in diesem Falle MOSFETs) Spannungsspitzen, die sich natürlich beliebig komplex in Schaltkreisen überlagern können und natürlich gibt es auch keine idealen Zustände, sondern man spricht von einem Einschalt-/ oder Ausschaltvorgang, der sich „ein- bzw. ausschwingt“. Wäre ja noch gelacht, jedoch zerlegt man sich das ganze System, wenn man die Spannungen an den Transistoren verändert. Hier gibt es leider keinen linearen Zusammenhang zwischen Strom und Spannung. Außerdem kommen noch komplexe Kapazitäten, Induktionen und so weiter dazu, die man eigentlich gar nicht haben will, sich durch die Nähe der Bauteile aber trotzdem bilden kann oder Störquellen, andere Bauteile die viel elektromagnetische Strahlung aussenden und damit unser Signal verändern? Hierzu gibt es natürlich auch andere Abhilfen, das soll ja nur eine Anregung sein.
Grundlegend dazu: Man hätte ja gerne digitale Signale, nur natürlich gibt es die hier nur in der Theorie. Eine Spannung ist nicht digital sondern man macht sie sich einfach digital. Man unterscheidet zwischen Low und High und setzt sich eine Grenze dazwischen, fertig. Kam da nicht noch was dazu, was ich oben versucht habe anzureißen. Was wenn wir Low haben wollen und die Spannung langsam ausschwingt?
Dann würde sie sich ja fälschlicherweise kurz nach dem Unterschreiten in unserem Gedankenbeispiel wegen dem Schwingvorgang kurz mehrmals über die Grenze kommen. Hierzu ist unsere Spannung auch keine klare Linie, sondern eher verschmiert, einen kleinen Tick hin und herrauschend. Es gibt keinen idealen Generator, das sieht man auch sehr schön beim Oszillosgrafieren mit einem analogen Oszilloskop, wenn man immer näher „reinzoomt“ sieht man auf einmal die Ecken. Das digitale Speicheroszilloskop macht hier auch schon wieder Rundungen, Interpolationen usw.
Wie unterscheidet nun der Empfänger, wann High und wann Low gesendet wurde, ohne falsch zu interpretieren? Ganz einfach: So nämlich garnicht!
Wir behelfen uns einem Trick. Wir können in einer speziellen Schaltung aber ziemlich genau beobachten, wie viel „herumrauscht“ oder schwingt. Bringt uns das etwas?
Wenn wir uns sicher sind, dass unsere Schaltung sich nach unserer Beobachtung keinen Ausrutscher mehr erlaubt, dann haben wir schon fast gewonnen. Denn dann wissen wir ja im schlimmsten Fall, „wieviel“ High auch Low sein könnte und umgekehrt.
Wir setzen einfach zwischen Low und High keine Grenze mehr, sondern einen ganzen Sicherheitsbereich. Somit haben wir für unsere spezielle Schaltung sichergestellt, dass nicht falsch getriggert wird, denn beispielsweise ein Übergang von H nach L wird nicht mehr beim Unterschreiten der Grenze für High sofort als Low interpretiert, sondern das Signal muss sicher weiter herunter und wird erst als Low erkannt, wenn es den Sicherheitsbereich auch zusätzlich unterschritten hat. Mit diesem Trick können wir bei variabel gehaltenem Sicherheitsabstand, den wir vorher aber für ein spezielles Problem festlegen, Rauschen wie Schwingungen minimieren und wir haben ein etwas durchdachteres digitales Signal. Rein wissenschaftlich bezeichnet man das auch als Schalthysterese, aber da Abkürzungen von englischen Ausdrücken ja professioneller wirken: Gunning Transceiver Logic. Eigentlich nichts neues, sondern für ein spezielles Problem, nämlich die Kommunikation bei Intel- Prozessoren selbst und über die Northbridge, die u.a. für größere Speicher wie den RAM zuständig ist, zugeschnitten und umgetauft.
Vorteil hiervon: Kommunikation bei höheren Frequenzen und weniger elektromagnetische Strahlung, die andere Transistoren oder Bauteile beeinflussen könnte. Zusätzlich wird ein neues Signal definiert damit es nicht mit anderen wie der Versorgung VCC gekoppelt ist, hier wird eine Beeinflussung noch zusätzlich vermieden. Dieses Teil nennt Intel Termination Voltage Level oder auch VTT. Damit kann man den Prozessor schneller fahren ohne die Kommunikation zu beeinträchtigen, da diese ja getrennt ist.
Umgesetzt wird das physikalisch mit einer Referenzspannung, unser Sicherheitsband zwischen der eigentlichen Spannung. Die wird üblicherweise vom Mainboard generiert, mittels relativ einfachen Spannungsteilern und festen passiven Bauelementen, sprich Widerständen, die man in diesem Fall RTT’s nennt.
Zusammenfassend haben wir VTT, welche für die Kommunikation zwischen Prozessor und Chipsatz ist, die wir selbst festlegen können bei den meisten Brettern je nach Takt ist eben mehr oder weniger erforderlich und unsere Referenzspannung, die GTLs.
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[SIZE="20"]Errechnet werden sie folgendermaßen:[/SIZE]
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Grundidee ist folgende : VTT x (0,67 oder 0,635) + Korrekturwert = GTL Spannung
Die 0,67 bzw. die 0,635 sind von Intel so festgelegt
Wie man sieht hängen die GTLs mit der VTT (oder auch FSB Termiantion Voltage) zusammen.
Die VTT Spannung dient dem Datenverkehr auf dem FSB, beim OC muss man für Stabilität die VTT Spannung oftmals anheben, besonders bei Quad Cores. Eine Veränderung der GTL Settings kann hier viel bewirken, da ja auch die beiden DIEs über den FSB kommunizieren.
Die VTT Spannung sollte bei 45nm CPUs nicht über 1,4V liegen, für einen Dauerbetrieb würde ich nicht mehr wie 1,35V empfehlen, eher sogar weniger.
Die „Wolfdales“ mögen oft auch keine hohen VTT Spannungen.
Verändert man die VTT Spannung, können sich auch die richtigen GTL Einstellungen verändern, auch sind die Einstellungen Board abhängig.
Beim Maximus 2 Formula sind GTL0 und GTL2 0,635, GTL1 und GTL3 mit 0,67 vergeben.
Alle folgenden Ergebnisse sind Beispiele !
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[SIZE="20"]Dual Cores:[/SIZE][/COLOR]
Nun hat sich beim OC herausgestellt, dass Dual Cores im Normalfall ein paar Prozent weniger Spannung wollen als die 67%. Was müssen wir also ändern ?
GTL 1 und GTL3 müssen wir ein wenig nach unten korrigieren, denn diese sind mit 67% ein wenig zu viel.
Um wie viel Prozent wir die Spannungen korrigieren müssen, kann niemand vorher sagen, da jede CPU anderst reagiert.
Als VTT nehmen wir nun einmal 1,2V an:
1,2V x 0,67 = 0,804V
Nun wollen wir aber als Beispiel nur 0,64 als GTL haben:
1,2V x 0,64 = 0,768V
Nun bilden wir die Differenz:
0,804V – 0,768V = 0,036V
0,036V = 36 mv
Nun wollen wir aber weniger GTL Spannung
=> heißt wir müssen hier -35mv setzen.
GTL0: Auto
GTL1: -35mv
GTL2: Auto
GTL3: -35mv
Mit Werten von 0 bis -50mv sollten wir für alle Fälle hinkommen, was nun genau die richtige Einstellung ist, muss man wie gesagt testen.
GTL0 und GTL2 lassen wir vorerst so, da diese ja nur 63,5 % beträgt, später kann man hier auch noch ein wenig experimentieren.
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Quad Cores[/SIZE]
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Hier ist es genau umgekehrt wie bei den Dual Cores, die Quads wollen gerne etwas mehr an GTL Spannung, hier müssen wir 4 GTLs ändern.
Wieder ein kleines Rechenbeispiel:
1,2 V VTT x 0,67 = 0,804V
Nun brauchen wir aber ein wenig mehr als die 67%/63%, nehmen wir also mal anstatt der 67% einfach einmal 70 %:
1,2V x 0,7 = 0,84V
Die Differenz gibt uns wieder den Korrekturwert in mv
0,84V – 0,804 = 0,036v = 36mv
Nun brauchen wir aber +mv, heißt wir stellen nun bei GTL 1 und GTL3 +40mv ein.
Bei GTL0 und GTL2 stelle ich meistens das gleich ein wie bei 1 und und 3, kann aber auch höher oder niedriger sein.
Quad Cores nutzen theoretisch auch nur 2 GTLs, da ja auf einer DIE 2 Kerne sitzen.
Wie gesagt, GTLs muss man testen, mein Q9550 läuft z.B. mit folgendem am besten:
GTL0: +40mv
GTL1: +30mv
GTL2: +30mv
GTL3: +30mv
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Wie sollte man GTLs austesten ?[/SIZE]
Richtige GTL Settings können dazu führen, dass man die Vcore senken kann.
Für Quad OC in höheren FSB Bereichen ist das so genannte GTL Tweaking oftmals sogar unerlässlich.
Es empfiehlt sich immer erst einen Prime SMALL Run zu machen, um zu testen ob die Vcore ausreichend ist. Danach kann man sich den großen (LARGE) Tests widmen, gibt es hier Fehler kann das GTL Tweaking weiterhelfen.
Nähere Prime Infos:
http://www.freeocen.de/wbb2/thread.php?threadid=1527
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Achtung !!![/COLOR][/SIZE]
Man sollte seine Veränderungen immer mit Bedacht vornehmen und nur kleine Veränderungen machen, sonst kann es schnell zu gegrillten CPUs kommen, ich übernehme keine Haftung für Schäden !